Speziell im Pferdesport wird deutlich, zu welcher Performance Ross und Reiter gemeinsam fähig sind. Von der eleganten Dressur bis zu packenden Pferderennen – die Vielfalt der Pferdesportdisziplinen ist beeindruckend. Wir stellen die wichtigsten Disziplinen ausführlich vor.
Dressurreiten – Die Königsdisziplin
Beim Dressurreiten unterstützen die gymnastizierten Bewegungen des Reiters die natürlichen Bewegungen des Pferdes. Ziel ist es, das Pferd durch Schenkeldruck, Gewichtsverlagerung und Zügelführung dazu zu bringen, gewünschte Lektionen perfekt auszuführen.
Bei Turnieren werden die Lektionen von Kampfrichtern bewertet. Das Pferd bewegt sich in den drei Grundgangarten – Schritt, Trab, Galopp – auf geraden und gebogenen Linien. Die Dressur ist seit den Olympischen Spielen 1912 Teil des olympischen Programms.
Springreiten – Hochspannung im Parcours
Beim Springreiten meistert der Reiter mit seinem Pferd einen Hindernisparcours in festgelegter Reihenfolge – möglichst fehlerfrei. Die Hindernisse sind typischerweise bis zu 1,60 m hoch und 2 m tief. Fehler (abgeworfene Elemente, Verweigerungen, Zeitüberschreitungen) geben Strafpunkte.
Vielseitigkeit (Military) – Der Mehrkampf
Vielseitigkeit kombiniert drei Disziplinen: Dressur, Geländeritt und Parcoursspringen. Der Geländeritt mit Naturhindernissen ist besonders fordernd für Pferd und Reiter. Seit 1912 ist die Vielseitigkeit olympisch. Nach schweren Unfällen in den 1990ern wurden die Sicherheitsvorschriften massiv verschärft.
Trabrennen – Österreichs beliebtester Rennsport
Trabrennen ist in Österreich besonders verwurzelt. Das Pferd darf sich dabei ausschließlich im Trab bewegen – Galopp führt zur Disqualifikation. In Österreich sitzt der Fahrer (Jockey) im leichten Sulky (Zweiradfuhrwerk). Bekannte Rennbahnen: Wien-Krieau und Trabrennverein Baden.
Galopprennen – Vollblüter in Höchstgeschwindigkeit
Galopprennen gehören zu den ältesten organisierten Pferdesportarten. In Österreich ist das Magna Racino Ebreichsdorf das wichtigste Zentrum. Vollblüter erreichen Geschwindigkeiten von über 60 km/h. Online-Wettanbieter bieten umfangreiche Märkte für Galopprennen.
Voltigieren – Turnen auf dem Pferd
Voltigieren sieht gymnastische Übungen auf dem Rücken eines speziell ausgebildeten Pferdes vor – im Schritt, Trab oder Galopp. Das Grundprinzip stammt aus der Militärreiterei. 1920 war Voltigieren unter der Bezeichnung „Kunstreiten“ sogar olympisch. Besonders Kinder lieben diese Disziplin als Einstieg in den Pferdesport.
Working Equitation – Arbeitsreiterei neu entdeckt
Working Equitation kommt aus der iberischen Halbinsel und zeigt traditionelle Techniken der Arbeitsreiterei. In Österreich gewinnt die Disziplin zunehmend an Popularität. Wettbewerbe umfassen Dressur, Geschicklichkeitsparcours und Geschwindigkeitsparcours.